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LEATHERED LIFE
Lederlexikon und Lederwissen

Lederkunde

Ratgeber zum Lederhosenkauf

Lederpflege

Kürzen einer Lederhose

 

Lederkunde

Was ist eigentlich Leder? Per Definition ist es zunächst einmal haltbar gemachte Tierhaut, wobei durch einen chemischen Prozeß die Fleischfaser in eine Lederfaser umgewandelt wird. Doch Leder ist natürlich nicht gleich Leder, und ratlos stehen wir oft in den Geschäften. Hier findet Ihr Antworten auf viele häufig gestellte Fragen.

Welche Lederarten gibt es?

Für Bekleidung werden überwiegend Lamm-, Ziegen-, Schweins- und Rindleder eingesetzt. Hirsch-, Rentier-, Gams- und andere Leder sind Spezialitäten, die - da mengenmäßig wenig bedeutend - hier keine nähere Betrachtung finden sollen.

Die erste wichtige Unterscheidung der Leder wird im allgemeinen nach den Lederarten getroffen: Nappa, Nubuk und Velours. Grundsätzlich kann man aus jeder Haut alle drei Lederarten gewinnen; dies schließt auch exotische Leder ein:

Nappaleder: (benannt nach der kalifornischen Stadt Napa) ist ein glattes Leder, bei dem man die Narbenseite, also die dem Körperinneren abgewandte Seite, ohne Fell erhalten hat. Für die Bekleidung haben hier vor allem Lammnappa, Rindnappa und Schweinsnappa Bedeutung, ferner ist noch Ziegennappa zu nennen.

Nubukleder: ist ein auf der Narbenseite, also der Nappaseite geschliffenes Leder. Gebräuchlich ist vor allem Rindnubuk und Lammnubuk. Für den hochwertigen Jackenbereich gibt es bespielsweise sehr schöne (und teure), leichte und dünne Kalbsnubukleder.

Veloursleder: (im Umgangsdeutsch Wild- oder Rauhleder genannt) ist dadurch gekennzeichnet, daß die Fleischseite nach außen getragen wird; dabei wird die Fleischseite fein geschliffen. Hauptsächlich sind Ziegenvelours und das billigere Schweinsvelours (auch marketingmäßig aufgepeppt als Pig-Velours, Porc-Velours oder Pig-Suede bezeichnet) am Markt vertreten; seltener sind Rindvelours und Lammvelours.

 

Wie unterscheidet man die gebräuchlichsten Lederarten?

Nappaleder

Die verschiedenen Nappaleder lassen sich nach ihrem Narbenbild den verschiedenen Tierarten mehr oder weniger leicht zuordnen: Der Bewuchs (Wolle bei Lamm und Schaf, Haar bei Rind, Hirsch und Ziege, Borste beim Schwein) bestimmt maßgeblich das Bild. Nach der Entferung des Bewuchses bleiben in der Haut Einstichporen zurück: Sehr feine beim Lamm, etwas gröbere Narbenstrukturen beim Rind und kräftige beim Schwein. Jede Tierart hat also ihr eigenes typisches Narbenbild.

Lammnappa/Schafnappa: Feinporige Narbenseite, meist dehnfähiger als die anderen Bekleidungsleder. Lammnappa und Schafnappa stammt vom gleichen Tier (Lamm = junges Schaf, wobei ein Lammnappa nicht unbedingt von einem jungen Tier stammen muß).

Ziegennappa: Gröbere und deutlichere Narbenstruktur, auch weniger elastisch und meist viel störrischer als Lammnappa. Wurde früher als Nappa kaum eingesetzt, da minderwertiger; nunist es häufiger anzutreffen, da die Lammnappaqualitäten deutlich teurer geworden sind. Wegen der beschriebenen Eigenschaften nur ungern für hochwertigere Bekleidung benutzt.

Rindnappa: Etwas grobporigere Narbenbilder, sehr haltbar und formstabiler als Lammnappa. Kann sehr dünn geflazt werden. Höheres spezifisches Gewicht als die anderen Bekleidungsleder. Wird gern als ungespaltenes Vollleder für Motorradbekleidung eingesetzt.

Schweinsnappa: Meist stärker abgedeckte Leder mit deutlichen typischen kleinen Vertiefungen, die regelmäßig über die Fläche verteilt sind. Wird meist nur für Billigprodukte eingesetzt. Der oft gummiartige Griff kommt von einer dicken Farbschicht (macht man bei Schweinsnappa meist dann, wenn starke Oberflächenfehler abgedeckt werden sollen, und damit die Ware hochwertiger aussieht)

Veloursleder

Ziegenvelours ist das hochwertigste Velours; es ist feinfaserig, reißfest und kann dabei noch dünn gespalten werden.

Schweins- oder Porcvelours liefert ein preisgünstiges, aber auch wenig stabiles Leder, kurzfaserig und mit ausgeprägtem, typischen Porcbild. Das Leder hat tupfenartige typische Pünktchen auf der Oberfläche und ist daher auch leicht zu erkennen.

Porcspalt- oder Porcsplitvelours, der abgespaltene Teil unterhalb des Oberleders, ist noch weniger beständig als das ohnehin schon wenig reißbeständige Schweinsvelours. Mit großen Mengen an Farben abgedeckt, wird es sogar als Nappaimitation oder mit Foliendrucken versehen angeboten.

Viele Eigenschaften der verschiedenen Leder (glänzend, dick, dünn, weich, hart) können nicht zur Identifikation herangezogen werden, da diese stark durch die Gerbung und Zurichtung bestimmt werden und somit keinen Hinweis auf die Tier- oder Lederart zulassen

 

Was ist Anilinleder?

Man könnte meinen, mit Anilin sei ein Gerbverfahren gemeint, da man immer wieder von Anilinleder hört. Es bezieht sich allerdings auf die Färbung, unsprünglich mit der Farbstoffgruppe der Aniline. Kennzeichnend für ein Reinanilinleder ist, daß man sämtliche Hautstrukturen erkennen kann. Anilinleder haben meist einen superangenehmen Griff, und man kann je nach Farbe "in die Tiefe" des Leders sehen, weswegen als Rohware nur beste Sortierungen taugen. Natürlich schlägt sich das auch im Preis nieder. Besonderes Kennzeichen ist das Fehlen einer abdeckenden Farbschicht auf der Oberfläche.

Echte reinanilingefärbte Leder sind sehr empfindlich, wobei Schwarz noch geht, aber bei den wunderschönen aktuellen Cognactönen kann man schon nach prüfendem Angreifen die Fingerabdrücke durch Hautfett und Hautfeuchtigkeit erkennen.

Semi-Anilin ist eine Verfahrenskombination aus Anilin- und abdeckender Zurichtung, um ein unempfindliches Leder zu erhalten, das einen vergleichbar schönen Griff wie Rein-Anilin hat. Außerdem braucht man bei Semi-Anilin nicht die teuersten Sortierungen der Rohware zu verwenden.

 

Was ist Plongéleder?

Ganz recht, es hat etwas mit "tauchen" zu tun, wie der Französischkundige sofort bemerkt.

Damit ist ein faßgefärbtes (also durchgefärbtes - im Gegensatz zum rein oberflächengefärbten) Nappa gemeint. Ursprünglich sollte es für die ganz feinen Leder herhalten: die Rein-Anilinleder, das herrlichste, was man jemals in der Hand gehalten und gefühlt hat - aber auch das empfindlichste überhaupt.

Leider kann man heute nicht mehr automatisch Hochwertigkeit erwarten, wenn man ein plongé bestellt. Oftmals entlehnen die Marketing-Leute den Begriff nur für ein durchgefärbtes Nappa, auch mieser Abstammung.

Meist werden Plongéleder als Semianilin ausgeführt, da man ein hochempfindliches Rein-Anilin eigentlich niemandem zumuten kann.

 

Welches ist das beste Leder?

Die Qualität der ungegerbten Rohware hat einen großen Einfluß auf die Qualität des fertigen Produkts. Aus diesen Gründen kann auch nicht pauschal die Frage nach dem besten Leder beantwortet werden. Selbst ein Schweinsnappa kann besser sein als ein schlecht gemachtes Lammnappa. Die Qualität hängt nämlich von sehr vielen Faktoren ab.

Unter anderem ist entscheidend,

  • für welchen Verwendungszweck das Leder bestimmt ist (z.B. auch, welche modische Aussage man treffen will),

  • mit welchem Verfahren und mit wieviel Sorgfalt gegerbt wurde,

  • welche Gerbchemie verwendet wurde,

  • mit welchem Verfahren und mit welcher Art von Farben gefärbt wurde,

  • wie sorgfältig die Lederhäute sortiert wurden 

  • wie sorgfältig der Zuschnitt und die Verarbeitung sind.

  • Und dies ist nur eine kleine Auswahl qualitätsbestimmender Faktoren!

Man kann nicht pauschal sagen, diese oder jenes Leder sei das beste.

Es wäre genau so, als würde man sagen, Riesling sei der beste Wein, denn vom Riesling gibt es hervorragende und auch fürchterlich miese. Und beide nennen sich Riesling! Ich hoffe, so ist die Problematik ein wenig klarer geworden. Außerdem hängt es auch vom Verwendungszweck ab, der manche Lederart mehr oder weniger geeignet macht.

Deshalb: Leder nur im spezialisierten Fachhandel erwerben, andere Anbieter haben eigentlich nie die entsprechenden Kenntnisse!

(Anm. der Redaktion: Die Verkäufer(innen) im Fachhandel wissen aber leider auch nicht immer Bescheid. Also tut man gut daran, sich selbst schlau zu machen!)

 

Lederkunde

Ratgeber zum Lederhosenkauf

Lederpflege

Kürzen einer Lederhose

 

Ratgeber zum Lederhosenkauf

Auch wenn sie von Zeit zu Zeit immer mal wieder in Mode sind und mittlerweile ein Stück Alltagsgarderobe sind: Ein besonderer Blickfang und modischer Akzent sind Lederhosen nach wie vor. Jedes größere Kaufhaus oder Versandhaus führt sie, so daß der Wunsch nach einer eigenen Hose aus diesem edlen, robusten und sinnlichen Material im Grunde leicht zu verwirklichen ist. Nur auf was soll man angesichts der Überfülle des Angebots achten?

Im folgenden möchten wir all jenen, die noch keine eigenen Erfahrungen beim Kauf und Eintragen einer Lederhose sammeln konnten, einige unserer "Weisheiten" mit auf den Weg geben. Primär beziehen wir uns dabei auf Nappalederhosen (landläufig auch als "Glattleder" bezeichnet), doch vieles läßt sich auch auf Hosen aus Veloursleder ("Wildleder", "Rauhleder") oder aus Nubukleder (= angeschliffenes Nappa) übertragen. Und einiges gilt sinngemäß natürlich auch für andere Lederbekleidungsstücke.

 

Warum kein Lederimitat?

Gerade auf Teenager und andere, deren Bedürfnis nach modischer Kleidung in einem gewissen Mißverhältnis zu Füllung ihres Portemonnaies steht, scheinen billige Kunstlederhosen einen unwiderstehlichen Reiz auszuüben. Leder und Lederimitat sind aber ungefähr so weit auseinander wie in der Architektur Marmor und Marmorimitat (sprich: bemaltes Holz). Nur so auszusehen wie Leder - was auch nur die qualitativ hochwertigsten Imitate schaffen - ist nämlich längst nicht genug: Leder ist im Gegensatz zu mit Polyurethan beschichteten Geweben atmungsaktiv, dehnbar und wird durch das Tragen geschmeidiger, während Kunstleder an stark belasteten Stellen nach kurzer Zeit brüchig wird. Das geht natürlich zu Lasten der Optik und Haltbarkeit. Abgesehen davon wettert alle Welt gegen PVC (denn Polyurethan gehört zur Gruppe der Polyvinylchlorid-Kunststoffe), aber direkt auf der Haut scheinen die Leute damit kein Problem zu haben...

 

Wie lange hält eine Lederhose?

Lederhosen bleiben mit etwas fachgerechter Pflege lange schön. Da kommt keine Stoffhose und schon gar nicht irgendeine Kunstlederhose mit! Insofern erscheint der Anschaffungspreis einer Lederhose nur im ersten Moment so deutlich höher zu liegen als der einer Jeans oder Stoffhose.

 

Welchen Schnitt sollte ich wählen?

Der Vorteil der Haltbarkeit von Lederhosen kann für Modebewußte durchaus ein Nachteil sein, denn z.B. Cargo-Hosen aus Leder gab es nur solange, wie eben Cargo-Hosen aus Stoff "in" waren. Deshalb möchten wir allen "Newcomern" empfehlen, bei der Lederhose Nr. 1 lieber einen zeitloseren oder betont schlichten Schnitt zu wählen:

Die schwarze Lederjeans ist in der Damengarderobe quer durch die Altersstufen inzwischen fast so ein Klassiker wie das berühmte "kleine Schwarze". Sie ist ausgesprochen kombinationsfreundlich und sitzt auch bei vielen Frauen besser als manch anderer Schnitt. Trotzdem ist der Jeansschnitt allein noch keine Garantie für eine gute Paßform; insbesondere im Bund gibt es bei ausgeprägt weiblichen Figuren (breite Hüften, schmale Taille) oft Probleme. Es gibt inzwischen aber auch wieder viele andere Alternativen. Welchen Schnitt und natürlich auch welche Farbe man wählt, ist also letztlich eine Frage des persönlichen Geschmacks und Bekleidungsstils.

Bei Herren ist "Five Pocket" seit Jahren der Standard, und es ist nach wie vor ausgesprochen schwierig, Alternativen zu finden. Auch bei Farben muß man sich vielfach mit schwarz oder braun bescheiden. Es sei denn, man(n) springt über seinen Schatten und schaut sich im - ohnehin üppigeren und qualitativ meist besseren - Angebot für Damen um.

 

Sind Knienähte gut oder schlecht?

Weder noch. Ihr Fehlen ist eigentlich nur ein gewisser Hinweis darauf, daß es sich nicht um eine Lamm-, Schaf- oder Ziegenlederhose handeln kann. Deren Felle sind nämlich einfach zu klein, um für eine ganze menschliche Beinlänge zu reichen (Übrigens werden für eine Hose je nach Größe zwei bis drei Felle verarbeitet). Knienahtlose Hosen gibt es also nur vom Rind und vergleichbar großen Tieren - was aber nicht heißen soll, daß alle Rindlederhosen keine Knienähte haben! Was nun schöner ist, sei allen Glaubenskämpfen zum Trotz jedem selbst überlassen.

 

Was muß oder darf eine gute Lederhose kosten?

Gute Lederhosen müssen gar nicht besonders teuer sein (und umgekehrt: Man kann auch ohne weiteres 250,- Euro für eine störrische Marken-Lederhose ausgeben). In der Preislage zwischen 100,- und 150,- Euro gibt es mit etwas Glück und Sachverstand schon hervorragende Qualitäten. Wichtig ist, daß man sich selbst warenkundlich ein bißchen schlau macht oder zum Einkaufen jemanden mitnimmt, der etwas Ahnung hat, denn in den wenigsten Fällen kann man vom Verkaufspersonal vernünftige Angaben und ehrliche Meinungen erwarten. Ausnahmen bestätigen natürlich auch hier die Regel.

 

Wie bewahre ich Lederhosen/Lederröcke im Schrank auf?

Am besten glatt hängend an einem Klemmbügel, den es in jedem guten Haushaltswarengeschäft oder Kaufhaus zumeist im Doppelpack gibt. Um gerade bei feinerem Leder Abdrücke der Klemmen zu vermeiden, empfiehlt es sich, ein schmales Stück dickes Leder (z.B. einen Rest vom Kürzen) zwischen Klemme und Hose zu plazieren.

Robustere Hosen vertragen es auch, flach in den Schrank gelegt zu werden. Wenn man aber noch etwas daraufstapelt und das gute Stück nur gelegentlich trägt, kann das allerdings langfristig zu Knickfalten führen.

Bitte beachten: Niemals Lederbekleidung dauerhaft in Plastiktüten lagern!

 

Checkliste für den Lederhosenkauf:

Wie faßt sich das Material an? Ist es "gummiartig" oder "pappig", hat man es meist mit Porcnappa (Schwein) zu tun; dies ist das minderwertigste und leider in vielen Kaufhäusern häufig zu findende Nappaqualität. Es ist nur scheinbar preiswert und sollte im Geschäft bleiben. Empfehlenswerter sind Lamm-/Schafnappa bei dünneren Qualitäten oder Rindleder bei festeren, rustikaleren Hosen - also auch bei solchen, mit denen man sich auch mal auf's Motorrad wagen möchte. Lamm/Schafnappa glänzt meist "seidenmatt", hat eine sehr ebenmäßige feinpolige Struktur und einen weichen Griff, Rindleder ist insgesamt glatter und hochglänzender, oft auch dicker. Ähnlich in der Qualität wie Lamm-/Schafleder ist Ziegennappa; auch dieses ist durchweg hochwertig und empfehlenswert, wird aber relativ selten angeboten.

Wie riecht das Material? Wenn das Stück schon im Laden übel stinkt, Finger weg! Lederchemie ist ohnehin ein ganz heikles Thema, da es hier praktisch noch keine einheitliche Kennzeichnungspflicht für verwendete Gerb-, Konservierungs- und Farbstoffe gibt.

Wie sieht das Leder aus? Das Leder sollte gleichmäßig durchgefärbt sein und nur geringfügige Unregelmäßigkeiten hinsichtlich Struktur und Dicke aufweisen. Natürlich darf es auch nicht abfärben. Gern werden gerade bei billigeren Hosen an vermeintlich unsichtbaren Stellen (Beininnenseiten, Tascheneingriffe) sogenannte Wammenteile vom Bauch des Tieres verarbeitet, die bisweilen stark in Glanz und Struktur von den übrigen verarbeiteten Fellen abweichen. Wammenteile sind leicht zu erkennen: Sie sehen "knautschig" aus.

Wie paßt die Hose im Bund? Anders als bei Stoffhosen sollte man die Hose im Bund ein klein wenig enger wählen, insbesondere, wenn es sich um ein relativ weiches Leder handelt. Schon nach kurzer Zeit des Tragens pflegen sich "passend" gekaufte Lederhosen zu dehnen, und dann kann manch eine(r) froh sein, daß das gute Stück Gürtelschlaufen hat...

Sind die Nähte in Ordnung? Besonders am - meist zum Kürzen offenen - Saum gehen manchmal die Seitennähte auf. Auch der Nahtverlauf sollte stets gleichmäßig sein und nirgends lose Fäden aufweisen. Allen Ökofreaks sei noch geraten, beim Kauf einer biologisch naturgegerbten Lederhose dennoch auf Kunstfasergarn zu bestehen. Naturfasergarne sind für Leder ungeeignet, da nicht gerbchemiebeständig.

Kann man sich in der Hose hinsetzen? Klingt vielleicht ein wenig albern, ist es aber nicht. Zu eng sollte ein Hosenbund nämlich auch nicht sitzen, und an den Oberschenkeln sollten gerade figurnah sitzende Exemplare nicht abschnüren. Sonst kann man die Hose nur zu Stehpartys tragen, und das wäre doch schade!

Platz im Schritt? Insbesondere allen männlichen Wesen sei empfohlen, auf einen bequemen Sitz im Schritt zu achten - da dehnt sich das Leder später durch die Art der Verarbeitung (meist Doppelnaht) nämlich erfahrungsgemäß nicht mehr sonderlich.

Was für ein Futter ist in der Hose? Die meisten Lederhosen haben ein Innenfutter das bis knapp unter das Knie reicht; einige sind aber auch fast auf ganzer Länge gefüttert. Letztere sind im Winter wärmer, beulen an den Knien auch nicht ganz so leicht aus und der Futtersaum zeichnet sich nicht beim Sitzen ab. Ein Futter mit Viskoseanteil oder ganz aus dieser Faser trägt sich in aller Regel angenehmer als ein "Vollplastefutter" aus Polyester-Taft, ist aber leider weitaus seltener zu finden. Auch wenn es Leute gibt, die aus ihren Lederhosen das Futter heraustrennen, um das Feeling des Leders direkt auf der Haut zu haben, möchten wir von solchen Aktionen abraten: Das Futter bietet nämlich auch einen gewissen Schutz vor der Lederchemie, die durch Schweiß ausgewaschen und von der eigenen Haut aufgenommen werden kann. Hautallergien und andere Langzeitschäden können die Folge sein.


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Ratgeber zum Lederhosenkauf

Lederpflege

Kürzen einer Lederhose

 

Lederpflege

Viele Leute scheinen sich Ledermode zu kaufen, die sie dann nur bei schönstem Wetter oder zu bestimmten Anlässen in Innenräumen tragen, weil sie ihnen im Alltag zu empfindlich gegen Nässe oder Verschmutzung ist. Dabei sind bestimmte Arten von Lederbekleidung ausgesprochen geeignet, gegen schlechte Witterung - Wind, Regen und Schnee -  zu schützen und der Trägerin oder dem Träger ein Höchstmaß an Komfort zu bieten. Wichtig ist nur ein Minimum an fachgerechter und regelmäßiger Pflege:

 

Lederfett

Zum wasserfesten und schmutzabweisenden Imprägnieren von Nappaleder (Glattleder) empfehlen wir Lederfett. Die Bezeichnung ist etwas irreführend, denn in Wahrheit handelt es sich eher um eine Wachsmischung. Es gibt Lederfett in schwarz und farblos in Läden für Motorradbekleidung, etwas teurer auch in Drogeriemärkten, Schuhgeschäften und gutsortierten Supermärkten. Bei schwarzer Lederbekleidung sollte man nach Möglichkeit auch schwarzes Lederfett verwenden, da das farblose evtl. einen feinen Grauschleier hinterlassen kann. Lederfett muß nach starken Regengüssen bzw. routinemäßig nach einiger Zeit häufigen Tragens ergänzt werden. Helle Kleidungsstücke können allerdings nach dem Einfetten etwas dunkler wirken!

Der Auftrag erfolgt mit einem weichen, fusselfreien Baumwoll-Lappen (z.B. altes Unterhemd); man macht einen mandarinengroßen Ballen, den man kurz in die Dose mit dem Lederfett dippt wie einen Wattequast in eine Puderdose, und trägt das Fett dünn und ohne viel Druck auszuüben auf die Bekleidung auf. Nähte und stark beanspruchte Stellen - Schultern, Ärmel, bei Hosen besonders auch die Vorderseiten der Oberschenkel und Rückseiten der Unterschenkel - bekommen etwas mehr Fett. Dann hat man die Wahl, das Kleidungsstück gleich anzuziehen oder an einem warmen Ort (z.B. Badezimmer) frei aufzuhängen, damit das Fett gut einziehen kann. Nach einigen Stunden kann man das überschüssige Fett mit einem frischen Baumwoll-Lappen wieder aufnehmen; das Kleidungsstück darf sich dann nicht mehr "klebrig" anfühlen.

Bitte Vorsicht bei hochglänzend zugerichtetem Rindleder: Hier nur ganz besonders sparsam fetten (bzw. wachsen), da die geschlossenere Oberfläche viel weniger Lederfett aufsaugt als das offenporigere Schaf- oder Lammnappa. Auch bei Lederbekleidung, die über ein Innenfutter mit Funktionsmembran (Goretex, Sympatex, Thinsulate etc.) verfügt, sollte man sparsam fetten, da überschüssiges Fett durch die Lederporen hindurch ziehen und dann die Mikrofasern des Futterstoffs zusetzen kann.

Bei Velours (landläufig "Rauh"- oder "Wildleder" genannt) und Nubuk (angeschliffenes Nappa) kommt man leider kaum um diese nicht gerade umwelt- und menschenfreundlichen Imprägniersprays herum. Für Nappa sind sie hingegen verzichtbar, ja schädlich (Austrocknung des Leders!); hier ist Einfetten das einzig Wahre. Für Outdoor- oder Alltagsbekleidung ist Veloursleder also gegenüber Nappa unter dem Gesichtspunkt der Pflege und natürlich auch des Witterungsschutzes klar im Nachteil.

Manche schwören auf Babyöl oder Nivea-Creme zum Weich(er)machen ihrer Nappasachen, andere wiederum auf Ledermilch. Dazu sagen wir: Hände weg! Hautpflegeprodukte für den menschlichen Gebrauch sind gänzlich ungeeignet, da das in ihnen enthaltene Fett - oft Paraffin - bei Luftkontakt rasch verdirbt, seinen PH-Wert in Richtung "sauer" verändert und schließlich genau den gegenteiligen Effekt hat: Das Leder wird geschädigt, im Extremfall brüchig. Zudem macht das in solchen Emulsionen enthaltene Wasser das Leder nicht wasserresistenter, sondern führt zu kleinen Ausbeulungen ("Wasserwarzen"). Durch manche Produkte wird das Leder sogar noch aufnahmefähiger für Feuchtigkeit. Ein nicht eben gewünschter Effekt einer Imprägnierung! Der Ledermilch trauen wir nicht so ganz über den Weg, da über die Inhaltsstoffe nichts auf der Flasche verraten wird - ein Manko der gesamten Lederpflegechemie. Hier steckt der Verbraucherschutz noch in den Kinderschuhen.

 

Schäden und Verschmutzungen:

Abgestoßene Stellen und kleinere Kratzer kann man vor allem bei dunkler, durchgefärbter Kleidung oft problemlos mit Tuben-Schuhcreme oder -Deckcreme (= kräftiger deckend) in der passenden Farbe ausbessern. Den Farbton an einer unsichtbaren Stelle des Kleidungsstücks vorher antesten. Manchmal wirkt aber sogar schon das farblose Lederfett so stark optisch egalisierend, daß ein extra Farbauftrag gar nicht unbedingt notwendig wird.

Fettflecke sind unproblematisch: Das Fett zieht nämlich rückstandsfrei in das Leder ein.

Ärgerlich und schwer zu beseitigen sind hingegen Kugelschreiberstriche, die beim Zuschnitt der Lederteile entstehen und manchmal auch an exponierten Stellen sichtbar bleiben (Profis zeichnen die Schnitte eigentlich auch auf der Lederrückseite vor). Man kann versuchen, sie vorsichtig mit farbloser Nappacreme oder Lederfett auszureiben. Gerade bei hellem Leder sind diese Bemühungen aber nicht selten vergebens! Unser Tip: Entweder gleich beim Kauf reklamieren oder darauf hoffen, daß sie mit der Zeit ausbleichen. Noch einfacher: Das betreffende Bekleidungsstück einfach nicht kaufen!

Niemals mit scharfen Lösungsmitteln (Benzin, Aceton, Spiritus, Nitroverdünnung etc.) versuchen, Verschmutzungen zu entfernen! Diese verschwinden zwar, die Farbe des Leders aber auch gleich mit.

Normale Dreckspritzer kann man entfernen wie auf der eigenen Haut auch: mit lauwarmem Wasser und milder Seife. Nach dem Trocknen (nicht an der Heizung! Kleidung auf einen Bügel hängen) nachfetten. Schneeränder kann man mit Essigwasser (wenig Haushaltsessig verwenden!) abwaschen, anschließend die Stelle wieder einfetten.

Alle Hinweise wurden aufgrund langjähriger Erfahrungen nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Gleichwohl müssen wir natürlich jede Haftung, Schadensersatzansprüche und dergleichen, die aus einer fehlerhaften Anwendung der beschriebenen Pflegemittel und -verfahren abgeleitet werden, ablehnen.


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Lederpflege

Kürzen einer Lederhose

 

Kürzen einer Lederhose

"Man trägt das Beinkleid heute wieder etwas voller..." Dieser geflügelte Satz aus einem Loriot-Sketch trifft für viele Lederhosen zu, die zum Selberkürzen extra mit überlangen Beinen gefertigt werden. Wie man Lederhosen auf die individuellen Maße bringen kann, wird im folgenden verraten.

 

Wie kürze ich Schritt für Schritt meine Lederhose?

1. Hose mit Schuhen anprobieren und die endgültige Länge ermitteln (und nicht gleich nach dem Kauf kürzen, sondern wegen der Sitz- und Kniefalten erst ein paar Tage tragen!) Am besten stellt man sich vor einem Spiegel auf einen Stuhl und läßt man sich am besten von einem hilfsbereiten Mitmenschen die Hosenbeine umschlagen.

2. Dann die Hose vorsichtig ausziehen, innen mit einem Kuli, weichen Bleistift oder auch Kreppband ringsum in gewissen Abständen Markierungen an den Knicken machen.

3. Unterhalb der Knicke kann man mit 1,5 cm breitem Kreppband innen ein Band aufkleben, an dem man dann entlangschneiden kann; so wird es garantiert gerade. Die 1,5 cm Zugabe braucht man, damit man noch etwas zum Umkleben hat. Breitere Kanten zeichnen sich häßlich ab, schmalere halten eventuell nicht dauerhaft.

4. Vor dem Kleben sollte man schauen, ob die Seitennähte nicht aufgehen; sollte dies der Fall sein, empfiehlt es sich, mit der Nähmaschine eine schmale Quernaht zum Fixieren an den Saumenden zu applizieren.

5. Als Klebstoff eignet sich z.B. ganz normaler Prittstift oder auch Alleskleber. Bei letzterem empfiehlt es sich, den Kleber mit einem Pappstreifen flächig zu verteilen. Niemals Sekundenkleber (Cyanoacrylat) verwenden! Er ist erstens viel zu aggressiv für Leder und kann zweitens nach dem Andrücken nicht mehr korrigiert werden. Kleber nicht zu üppig verwenden und nicht auf die Vorderseite des Leders gelangen lassen! Kanten und Nähte bekommen etwas mehr Kleber.

6. Dann akkurat umschlagen und andrücken. Mit eventuellen Korrekturen sollte man sich beeilen. Eine zusätzliche Naht ist bei sorgfältiger Klebung nicht unbedingt erforderlich. Wichtig ist, daß die oberen Kanten plan im Hosenbein angeklebt sind, damit man sie beim Anziehen nicht wieder lostritt.


Falls man aus welchen Gründen auch immer eine solche Verklebung mal wieder lösen möchte, hilft ein Bügeleisen: Die Klebestelle wird mit einem Baumwolltuch abgedeckt und das Bügeleisen (Einstellung "Wolle") so lange über die Stelle geführt, bis sich die Verklebung leicht lösen läßt.

Elegante Alternative zum Umkleben bei dickeren Lederhosen: Bündig abschneiden und nur gemäß Schritt 4 die beiden Seitennähte fixieren.

Und nun viel Spaß beim Hosenkürzen!

(Vielen Dank an Andreas L. für die inhaltliche Unterstützung!)

 

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